Konzept

Wald-und Naturkindergarten Höhenberg

Kinder erleben die Welt über und mit ihrem Körper.
Sie wollen sich ausprobieren, ihre Umwelt mit allen Sinnen erkunden.
Mit viel Freude sind sie ständig in Bewegung – und das völlig selbständig.
(10. Osnarbrücker Kongress „bewegte Kindheit“
ehem. Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka – 04. März. 2016 )

INHALT

1. Was ist ein Waldkindergarten
2. Auswirkungen der Waldpädagogik
3. Präambel des Bayrischen Landesverband
4. Unser Wald- und Naturkindergarten
5. Haftung
6. Lageplan

  1. Was ist ein Waldkindergarten

    Der Waldkindergarten ist eine Form des Kindergartens, welche aus Skandinavien stammt. In einem Waldkindergarten erfahren Kinder im Alter von 3 Jahren bis zu Einschulung, Erziehung, Bildung und Betreuung. Alle Aktivitäten finden bei (fast) allen Witterungen „Draußen“ statt. Ausnahmen gibt es lediglich bei extremen Witterungsverhältnissen, wie z.B. Sturm, Gewitter oder zu hoher Schneelast auf den Bäumen. Besteht Gefahr für die Sicherheit der Kinder im Wald bzw. im Freien, so findet die Gruppe Schutz in einem Bauwagen außerhalb des Waldes oder in anderen nahegelegenen Räumlichkeiten.

  2. Auswirkungen der Waldpädagogik

    Die Lärm- und Stressbelastung in einem Wald- und Naturkindergarten ist für Kinder wesentlich geringer. Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der Kinder aus. Den Kindern wird kein, in Ausnahmen nur wenig Spielzeug zur Verfügung gestellt. Sie spielen mit dem, was die Natur ihnen bietet. Die Phantasie der Kinder kennt dabei keine Grenzen. Positiv wirkt sich dies auch auf die sprachliche Entwicklung der Kinder aus. Sie erläutern viel öfter ihr Spiel um den anderen Kindern klarzumachen, was sie gerade in ihrer Phantasie erleben und um sie auch mit in ihr Spiel einzubinden. Hilfsmittel wie zum Beispiel Schaufeln, Seile, alte Töpfe und Pfannen, Gießkannen, Tücher, kleine Sägen, Schnitzmesser sowie Lupen und Bestimmungsbücher für Pflanzen und Tiere in kindgerechter Form werden natürlich benutzt und ihr Umgang damit zuvor erlernt. Eine Reizüberflutung durch zu großes Angebot an kommerziellen Spielwaren, ein in unserer Gesellschaft häufiges Phänomen, bleibt dadurch aus und die Kreativität wird intensiv gefördert und geschult. Die Kinder erlernen, mit den Gegebenheit ihrer Umgebung umzugehen und sie sich nach ihren Vorstellungen zu gestalten und damit zu spielen. Schwerpunkt im Umgang mit der Natur sind insbesondere die Schulung der Sinne, der Phantasie, der Kreativität, sowie der Grob- und Feinmotorik. Dies vermittelt den Kindern wichtige Schlüsselqualifikationen. Ebenso erlernen sie soziale Kompetenz und selbstständiges bzw. selbstbewusstes Handeln, da sie oftmals Projekte nicht alleine angehen können sondern Unterstützung von anderen Kindern benötigen.

    Die Kinder lernen im Waldkindergarten sehr viel über die Kreisläufe in der Natur, über Tiere und Pflanzen. Sie „erleben“ im wahrsten Sinne des Wortes die Jahreszeiten. Sie erleben die Veränderung an ein und derselben Stelle: An einem Tag ist der Baumstamm, auf dem sie balanciert haben, trocken und schuppig, am anderen Tag ist er feucht und federnd.

    Im Waldkindergarten gibt es Regeln und Grenzen, an die sich die Kinder halten müssen. Sie lernen, dass sie sich an die Anweisungen der Erzieher halten müssen, da sie sich sonst evtl. in Gefahr bringen könnten (Essen von Pilzen/Beeren, Umgang mit Gewässern und dergleichen). Da sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Erzieher an die Regeln und Grenzen der Natur halten müssen, lernen sie wesentlich schneller und nachhaltiger.

    Viele Kinder wissen heute gar nicht mehr, wie es sich anfühlt, bei Wind, Regen oder Kälte draußen zu sein. Sie verbringen viel Zeit mit digitalen Medien, im Auto oder Innenräumen. Festgestellt wurden auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem von Kindern und Erziehern durch den stundenlangen Aufenthalt im Freien.Voraussetzung dafür ist natürlich eine, den Witterungsverhältnissen angepasste Kleidung.

    Kinder eines Wald- und Naturkindergartens sind ständig in Bewegung und erlangen dabei sowohl Kraft als auch Ausdauer. Der Gefahr von Übergewicht und einer daraus resultierenden möglichen Adipositas Erkrankung wird dabei vorgesorgt.
    Kinder benötigen Bewegung, damit sie sich gesund entwickeln und wohlfühlen können. Eine Studie an Jugendlichen kam zu dem Ergebnis, dass die Gehirnleistung der Probanden nach nur 20 min Spaziergang erheblich erhöht wurde.

    Kinder aus Waldkindergärten legen ein ganz besonderes Umweltbewusstsein an den Tag. Sie lernen von Anfang an, dass kein Müll in den Wald geworfen werden darf und dass sie die Natur achten. Für sie ist das ganz selbstverständlich, sie wachsen natürlich in das Thema hinein.

  3. Präambel des Bayrischen Landesverband für Wald- und Naturkindergärten (Auszug Leitbild)

    Wald- und Naturkindergärten fördern auf nachhaltige Weise die Entwicklung von Kindern in unmittelbarer Begegnung mit der Natur. Ehrfurcht vor dem Leben, eine lebendige Beziehung zu tierischen und pflanzlichen Lebewesen und der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur werden für die Kinder zu selbstverständlichem emotionalen und geistigen Besitz. Der Aufenthalt im Freien unterstützt die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder. Primärerfahrungen aus erster Hand fördern das Körperbewusstsein und verhelfen der Entfaltung vielfältiger Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeiten. Im gemeinsamen Spiel mit natürlichen Materialien entwickeln die Kinder in herausragender Weise Kommunikationsfähigkeiten, Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Geduld, Phantasie und Kreativität. So tragen Wald- und Naturkindergärten in erheblichem Maße dazu bei, dass Kinder gänzlich Kind sein und gerade dadurch zu verantwortungsbewussten, gemeinschaftsfähigen, selbstbewussten und selbständigen Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsen können. Deshalb fördert der Verband mit aller Kraft die Anerkennung, Verbreitung und Weiterentwicklung der Wald- und Naturkindergärten sowie der Naturpädagogik in Bayern.

  4. Unser Wald- und Naturkindergarten

    Der Wald- und Naturkindergarten Höhenberg -die Schlossbergkinder – befindet sich auf dem Grund mit der Gemarkung 1027 in Höhenberg, Gemeinde 84378 Dietersburg, welcher im Besitz der Gründer ist. Der umliegende Wald und die Wiesen dürfen mit einem Nutzungsvertrag bespielt werden. Der Wald- und Naturkindergarten ist seit September 2020 geöffnet.
    Die Leitung obliegt Frau Melanie Lombardi und Herrn Ulrich Becker.
    Als integrative Einrichtung ist die Betreuung einer Gruppe mit einer Stärke von 25 Kindern, im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung, möglich.

    Die Öffnungszeiten sind zwischen 07.45 Uhr und 14.00 Uhr. Es können verschiedene Zeiten gebucht werden. Die Gruppe wird je nach Schlüssel von 2-3 pädagogischen Fachkräften und 1-2 pädagogischen Hilfskräften betreut. An sie werden die gleichen Anforderungen an frühkindliche Förderung, Betreuung und Entwicklungsschulung gestellt, wie es für das Personal der Regelkindergärten auch der Fall ist. Darüber hinaus haben sie auch zusätzliche Kenntnisse für einen Umgang mit Kindern in freier Natur.

    Eine Notunterkunft, ein Tipi sowie eine Trockentoilette sind vorhanden.

  5. Haftung

    Eigentümer des privaten Wald und Naturkindergartens ist die Lombardi & Becker GbR. Eine Betriebserlaubnis, welche dem Grundgesetz und dem BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und betreuungsgesetz) unterliegt, wurde uns durch das Jugendamt erteilt.

  6. Lageplan