Info Konzept

„Wenn man genĂŒgend spielt, solange man klein ist – dann trĂ€gt man SchĂ€tze mit sich herum, aus denen man spĂ€ter sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird.“

Astrid Lindgren

Lombardi & Becker GbR
Firmensitz: Höhenberg 19 . 84378 Nöham / Dietersburg
info@schlossbergkinderergkinder.de

www.schlossbergkinder.de

Liebe Interessierte,

im September 2020 grĂŒndeten wir, Melanie Lombardi und Ulrich Becker, den Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder. Als Betreiber des Kindergartens möchten wir uns hier kurz vorstellen:

Melanie Lombardi:
Jahrgang 1985
Staatlich geprĂŒfte Kinderpflegerin Staatlich geprĂŒfte Kinderpflegerin, Fremdsprachenkorrespondenz, derzeit GeschĂ€ftsfĂŒhrung bei „der KulturWirt“ und „Lombardi – Das PizzaHandwerk“ in Egglham. 

Ulrich Becker:
Jahrgang 1963
Dipl. SozialpĂ€dagoge (FH), Verfahrensbeistand/Anwalt des Kindes, Mediator (FH-Regensburg), zert. Kindschutzfachkraft §8a SGB VIII, Facherzieher fĂŒr Wald- und NaturpĂ€dagogik
Arbeitet seit 1999 selbststĂ€ndig in der ambulanten Kinder- und Jugendhilfe, als „Anwalt des Kindes“ am Amtsgericht Eggenfelden und Landau an der Isar, sowie als rechtlicher Betreuer.

INHALT

  1. Was ist ein Waldkindergarten
  2. Auswirkungen der WaldpÀdagogik
  3. Der zeitgemĂ€ĂŸe naturpĂ€dagogische Ansatz
    PrĂ€ambel des Bayrischen Landesverband fĂŒr Wald- und NaturkindergĂ€rten
    (Auszug Leitbild)

  4. Unser Projekt
  5. Zielgruppe der Einrichtung
  6. Gefahren im Wald
  7. RechtstrÀger
  8. Finanzierung
  9. Gesetzliche Grundlagen
  10. Impressum

Kinder erleben die Welt ĂŒber und mit ihrem Körper. 
Sie wollen sich ausprobieren, ihre Umwelt mit allen Sinnen erkunden.
Mit viel Freude sind sie stĂ€ndig in Bewegung – und das völlig selbstĂ€ndig.
(10. OsnarbrĂŒcker Kongress „bewegte Kindheit“
ehem. Bundesministerin fĂŒr Bildung und Forschung Johanna Wanka – 04. MĂ€rz 2016)

1. Was ist ein Waldkindergarten

Der Waldkindergarten ist eine Form des Kindergartens, welche aus Skandinavien stammt. In einem Waldkindergarten erfahren Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung, Erziehung, Bildung und Betreuung. Alle AktivitĂ€ten finden bei (fast) allen Witterungen „Draußen“ statt. Ausnahmen gibt es lediglich bei extremen WitterungsverhĂ€ltnissen, wie z.B. Sturm, Gewitter oder zu hoher Schneelast auf den BĂ€umen. Besteht Gefahr fĂŒr die Sicherheit der Kinder im Wald bzw. im Freien, so findet die Gruppe Schutz in einem Bauwagen außerhalb des Waldes oder in anderen nahegelegenen RĂ€umlichkeiten. 

2. Auswirkungen der WaldpÀdagogik

Die LĂ€rm- und Stressbelastung in einem Wald- und Naturkindergarten ist fĂŒr Kinder wesentlich geringer. Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der Kinder aus. Den Kindern wird kein, in Ausnahmen nur wenig Spielzeug zur VerfĂŒgung gestellt. Sie spielen mit dem, was die Natur ihnen bietet. Die Phantasie der Kinder kennt dabei keine Grenzen. Positiv wirkt sich dies auch auf die sprachliche Entwicklung der Kinder aus. Sie erlĂ€utern viel öfter ihr Spiel um den anderen Kindern klarzumachen, was sie gerade in ihrer Phantasie erleben und um sie auch mit in ihr Spiel einzubinden. Hilfsmittel wie zum Beispiel Schaufeln, Seile, alte Töpfe und Pfannen, Gießkannen, TĂŒcher, kleine SĂ€gen, Schnitzmesser sowie Lupen und BestimmungsbĂŒcher fĂŒr Pflanzen und Tiere in kindgerechter Form werden natĂŒrlich benutzt und ihr Umgang damit zuvor erlernt. Eine ReizĂŒberflutung durch zu großes Angebot an kommerziellen Spielwaren, ein in unserer Gesellschaft hĂ€ufiges PhĂ€nomen, bleibt dadurch aus und die KreativitĂ€t wird intensiv gefördert und geschult. Die Kinder erlernen, mit den Gegebenheit ihrer Umgebung umzugehen und sie sich nach ihren Vorstellungen zu gestalten und damit zu spielen. Schwerpunkt im Umgang mit der Natur sind insbesondere die Schulung der Sinne, der Phantasie, der KreativitĂ€t, sowie der Grob- und Feinmotorik. Dies vermittelt den Kindern wichtige SchlĂŒsselqualifikationen. Ebenso erlernen sie soziale Kompetenz und selbststĂ€ndiges bzw. selbstbewusstes Handeln, da sie oftmals Projekte nicht alleine angehen können sondern UnterstĂŒtzung von anderen Kindern benötigen.
Die Kinder lernen im Waldkindergarten sehr viel ĂŒber die KreislĂ€ufe in der Natur, ĂŒber Tiere und Pflanzen. Sie „erleben“ im wahrsten Sinne des Wortes die Jahreszeiten. Sie erleben die VerĂ€nderung an ein und derselben Stelle: An einem Tag ist der Baumstamm, auf dem sie balanciert haben, trocken und schuppig, am anderen Tag ist er feucht und federnd.
Im Waldkindergarten gibt es Regeln und Grenzen, an die sich die Kinder halten mĂŒssen. Sie lernen, dass sie sich an die Anweisungen der Erzieher halten mĂŒssen, da sie sich sonst evtl. in Gefahr bringen könnten (Essen von Pilzen/Beeren, Umgang mit GewĂ€ssern und dergleichen). Da sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Erzieher an die Regeln und Grenzen der Natur halten mĂŒssen, lernen sie wesentlich schneller und nachhaltiger. Viele Kinder wissen heute gar nicht mehr, wie es sich anfĂŒhlt, bei Wind, Regen oder KĂ€lte draußen zu sein. Sie verbringen viel Zeit mit digitalen Medien, im Auto oder InnenrĂ€umen. Festgestellt wurden auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem von Kindern und Erziehern durch den stundenlangen Aufenthalt im Freien.
Voraussetzung dafĂŒr ist natĂŒrlich eine, den WitterungsverhĂ€ltnissen angepasste Kleidung.
Kinder eines Wald- und Naturkindergartens sind stĂ€ndig in Bewegung und erlangen dabei sowohl Kraft als auch Ausdauer. Der Gefahr von Übergewicht und einer daraus resultierenden möglichen Adipositas Erkrankung wird dabei vorgesorgt.
Kinder benötigen Bewegung, damit sie sich gesund entwickeln und wohlfĂŒhlen können.
Eine Studie an Jugendlichen kam zu dem Ergebnis, dass die Gehirnleistung der Probanden nach nur 20 Minuten Spaziergang erheblich erhöht wurde.
Kinder aus WaldkindergÀrten legen ein ganz besonderes Umweltbewusstsein an den Tag.
Sie lernen von Anfang an, dass kein MĂŒll in den Wald geworfen werden darf und dass sie die Natur achten. FĂŒr sie ist das ganz selbstverstĂ€ndlich, sie wachsen natĂŒrlich in das Thema hinein.

3. Der zeitgemĂ€ĂŸe naturpĂ€dagogische Ansatz – PrĂ€ambel des Bayrischen Landesverband fĂŒr Wald- und NaturkindergĂ€rten (Auszug Leitbild)

WaldkindergĂ€rten orientieren sich durch den Bayrischen Bildungs- und Erziehungsplan an den selben Bildungs- und Erziehungszielen wie jeder Hauskindergarten. Der Hauptunterschied zum Regelkindergarten liegt – anders als die ursprĂŒngliche ökologische PĂ€dagogik, die versuchte, systematisch Umweltbewusstsein zu produzieren – in der Art, wie sie die anerkannten Bildungs- und Erziehungsziele erreichen wollen.
Diese Ziele durch Naturerfahrung mit ihren ganzheitlichen Bildungsmöglichkeiten zu vermitteln ist inhaltlicher Schwerpunkt der tÀglichen Arbeit im Waldkindergarten.
Aus diesem theoretischen Ansatz ergeben sich GrundsÀtze der WaldpÀdagogik, die in der PrÀambel zur Satzung des Landesverbands Wald- und NaturkindergÀrten in Bayern e. V. wie folgt formuliert sind:
„Wald- und NaturkindergĂ€rten fördern auf nachhaltige Weise die Entwicklung von Kindern in unmittelbarer Begegnung mit der Natur. Ehrfurcht vor dem Leben, eine lebendige Beziehung zu tierischen und pflanzlichen Lebewesen und der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur werden fĂŒr die Kinder zu selbstverstĂ€ndlichem, emotionalem und geistigem Besitz. Der Aufenthalt im Freien unterstĂŒtzt die körperliche und seelische Gesundheit der Kinder. PrimĂ€rerfahrungen aus erster Hand fördern das Körperbewusstsein und verhelfen der Entfaltung vielfĂ€ltiger Wahrnehmungs- und BewegungsfĂ€higkeiten. Im gemeinsamen Spiel mit natĂŒrlichen Materialien entwickeln die Kinder in herausragender Weise KommunikationsfĂ€higkeiten, Hilfsbereitschaft, Ausdauer, Geduld, Phantasie und KreativitĂ€t. So tragen Wald- und NaturkindergĂ€rten in erheblichem Maße dazu bei, dass Kinder gĂ€nzlich Kind sein dĂŒrfen und gerade dadurch zu verantwortungsbewussten, gemeinschaftsfĂ€higen, selbstbewussten und selbstĂ€ndigen Mitgliedern der Gesellschaft heranwachsen können. Deshalb fördert der Verband mit aller Kraft die Anerkennung, Verbreitung und Weiterentwicklung der Wald- und NaturkindergĂ€rten sowie der NaturpĂ€dagogik in Bayern.“

4. Unser Projekt

Der Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder – ist auf dem Grund mit der Gemarkung 1029 in Höhenberg, Gemeinde  Dietersburg (PLZ 84378) , welcher im Besitz der GrĂŒnder ist. Der umliegende Wald und die Wiesen dĂŒrfen mit einem Nutzungsvertrag bespielt werden. Der Kindergarten wurde im September 2020 eröffnet.
Die Leitung obliegt Frau Melanie Lombardi und Herrn Ulrich Becker. Die Kinder im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung werden bei einer GruppenstÀrke von 25 Kindern von zwei staatlich anerkannten Erzieherinnen sowie einer Kinderpflegerin betreut. ZusÀtzlich ist derzeit eine Praktikantin mit im Team.
Die Öffnungszeiten sind zwischen 07.45 Uhr und 14.00 Uhr. Es werden die gleichen Anforderungen an frĂŒhkindliche Förderung, Betreuung und Entwicklungsschulung gestellt, wie es fĂŒr das Personal der RegelkindergĂ€rten auch der Fall ist. DarĂŒber hinaus haben sie auch zusĂ€tzliche Kenntnisse fĂŒr einen Umgang mit Kindern in freier Natur.
Eine Notunterkunft auf die bei Gefahren im Wald (Sturm, Gewitter) ausgewichen werden kann, befindet sind an unserem Hauptplatz. Ein Tipi mit Feuerschale kann fĂŒr den tĂ€glichen Morgenkreis und die Brotzeit genutzt werden. An unserem Abhol- und Bringplatz befindet sich eine Jurte.
Der Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder bestrebt den Grundsatz der WaldpÀdagogik und spricht eine andere Elternzielgruppe wie bei RegelkindergÀrten an.
Wir wollen in keinster Weise als Konkurrenz unserer vorhandenen KindergĂ€rten der Gemeinde auftreten und wĂŒnschen uns eine positive Zusammenarbeit.

5. Zielgruppe der Einrichtung

Der Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder nimmt Kinder im Alter von drei Jahren bis zur Einschulung auf. Er besteht aus einer Gruppe mit maximal 25 Kindern dieser Altersgruppen. Wir bieten in unserer Einrichtung PlĂ€tze fĂŒr Kinder mit erhöhtem Förderbedarf an.

6. Gefahren im Wald

Die Unfallrisiken im Wald sind – entgegen mancher BefĂŒrchtungen und Annahmen – nicht höher als in jedem anderen Kindergarten. Die Einhaltung von Regeln ist jedoch zwingend notwendig um UnfĂ€lle zu vermeiden. Dem Personal sind die Gegebenheiten des WaldgelĂ€ndes bekannt. Wir inspizieren es im Vorfeld um das Gefahrenpotential gut einschĂ€tzen zu können. Ein Baumgutachten wird in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden von einem geprĂŒften Baumpfleger angefordert.

7. RechtstrÀger

TrÀger des Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder ist die
Lombardi & Becker GbR nach dem Gesellschaftervertrag vom 01. Oktober 2019.
Beide Gesellschafter sind zu gleichen Teilen vertretungsberechtigt.
Firmensitz:
Höhenberg 19, 84378 Dietersburg/Nöham – www.schlossbergkinder.de

8. Finanzierung

Unser Kindergarten wird durch die BayKiBiG-Förderung aus Mitteln des Freistaates/ Gemeinde, dem aktuellen Elternbeitrag und dem UnterstĂŒtzerbeitrag des bayrischen Staates von 100 Euro finanziert. ZusĂ€tzliche Kosten fĂŒr Material und GetrĂ€nke sind der aktuellen Auflage des Betreuungsvertrags zu entnehmen. Der Selbstbeteiligungsbetrag der Eltern wird jĂ€hrlich neu festgelegt.
Entsprechend der Art und Zielsetzung des Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder ist der engagierte Einsatz der Eltern erwĂŒnscht und erforderlich. Besondere Leistungen können dabei unter anderem sein: Arbeitsleistung (Mithilfe bei Errichtung/Instandhaltung von Baulichkeiten, Reinigen der Notunterkunft, Brennholzverarbeitung, Begleitung der Kindergruppe etc.), zusĂ€tzliche finanzielle BeitrĂ€ge (Sponsoring) und Sachspenden.

9. Gesetzliche Grundlagen

Wir unterliegen rechtlich dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG), sowie der AusfĂŒhrungsverordnung (AVBayKiBiG), den Bayerischen Leitlinien fĂŒr die Bildung und Erziehung von Kindern bis zum Ende der Grundschulzeit, dem Gesetz zur Verbesserung des Kinderschutzes (KiSchZusG) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Der Wald- und Naturkindergarten Schlossbergkinder besitzt die Betriebserlaubnis nach Art. 9 BayKiBiG und der gemeindlichen und staatlichen Förderung, sowie eine gesetzliche Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft fĂŒr Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege.

Wir arbeiten nach dem Bayerischen Erziehungsplan (BEP) und den Bayerischen Bildungsleitlinien (BayBL). Zudem finden Teile des SGB VIII und XII ebenfalls ihre Anwendung. Besondere ĂŒbergeordnete Beachtung finden in unserer Arbeit die UN- Kinderrechtskonventionen.

10. Impressum

Wald- und Naturkindergarten SCHLOSSBERGKINDER
Lombardi & Becker GbR
Höhenberg 19
84378 Dietersburg/Nöham
www.schlossbergkinder.de – info@schlossbergkinder.de

Melanie Lombardi 0175-7271394
Ulrich Becker 0171-6426456

Die Weitergabe der Konzeption an Dritte, sowie deren Veröffentlichung, VervielfÀltigung
oder sonstige Verbreitung, ist ohne Zustimmung der Lombardi & Becker GbR  nicht erlaubt.